AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM VERBUNDPROJEKT "CHINACARE"

Wichtiger Meilenstein: Erfolgreiche Zertifizierung des Curriculums in Fushun

Frühjahr 2016: Die deutsche Delegation besucht erneut chinesische Partner  

Das internationale Verbundprojekt „ChinaCare“ hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Gemeinsam mit der deutschen Delegation besuchten jetzt Thomas Kutschke, Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe  und Anja Weckop, Lehrerin für Pflegeberufe an der kbs, die Partnerstadt Fushun. Gemeinsam mit den chinesischen Partnern und Vertretern der Stadt Fushun gab es einen wichtigen Projekt-Meilenstein zu feiern: In einem feierlichen Akt wurde das durch die kbs entwickelte chinesische Curriculum zertifiziert. Das Interesse an der fachlichen und pädagogischen Expertise der kbs ist sehr groß. Es zeichnet sich ab, dass in Fushun eine an der dualen beruflichen Bildung orientierte Ausbildung von Altenpflegern noch in diesem Jahr startet und (bis Ende 2016) evaluativ von ChinaCare begleitet werden kann. 

Für die Train-the-Trainer-Ausbildungen zeichnet sich eine lukrative Vermarktungsmöglichkeit durch die AHK für alle ChinaCare-Projektpartner nach Projektende ab. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Seminaren und Weiterbildungen zum Thema Altenpflegeausbildung (und darüber hinaus) in China. Die AHK übernimmt dabei die Koordination und Vermarktung und steuert den Gesamtprozess. Wir übernehmen die Koordination des deutschen Teils des Kompetenzteams.

Fachtagung am 3. November 2015 präsentierte in Mönchengladbach die neuesten Ergebnisse

Für die Projektpartner von ChinaCare ist es nichts Neues, aber die anderen Gäste merken an diesem Tag schnell: Mönchengladbach und China liegen gar nicht so weit auseinander, wie man zunächst denken mag. Zumindest nicht beim wichtigen Thema der qualifizierten und modernen Altenpflege. Auf diesem Gebiet ist die Mönchengladbacher Pflegeakademie „kbs“ absolute Expertin – und „exportiert“ als solche das begehrte Fachwissen sogar nach China.

Pflegeausbildung „made in Germany“: ein begehrtes Exportgut

„Die Versorgung pflegebedürftiger Menschen erfordert eine qualifizierte und moderne Ausbildung in der Altenpflege“, erläutert Thomas Kutschke, Leiter der Akademie für Gesundheitsberufe „kbs“. „In Deutschland ist das Niveau sehr hoch. Das Interesse an deutscher Pflege ist entsprechend groß. Wir freuen uns, mit der Pflegeausbildung „made in Germany“ einen wesentlichen Beitrag zum internationalen Wissensaustausch leisten zu können.“

Aktuelle Fachtagung in Mönchengladbach – die nächste findet in China statt

Auf länderübergreifendem Erfolgskurs bewegen sich damit die Mönchengladbacher Altenpflege-Spezialisten. Gemeinsam mit ihren Partnern stellten sie nun auf einer Fachtagung in der „kbs“ neueste Erkenntnisse zum Projekt „ChinaCare“ vor. Aktuelle Herausforderungen und Lösungen, Perspektiven und  Besonderheiten wurden von den renommierten Referenten erörtert. Verbundkoordinator Dr. Rüdiger Klatt vom gemeinnützigen Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP e. V.)in Gelsenkirchen fasst zusammen: „Der Markt für Pflegeleistungen in China entwickelt sich gerade erst. Das Pflegesystem in China benötigt dabei Unterstützung durch Fachwissen aus Deutschland.“ Deutsches Know-how aus der professionellen Altenpflege wird erfolgreich nach China exportiert. Hierbei ist ein offener und gemeinsamer Austausch das „A und O“ – denn es gilt, kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen. Nicht umsonst gibt es regelmäßig gegenseitige Besuche zwischen Fushun und Mönchengladbach. Fortschrittliche, zukunftsorientierte und kompetente Altenpflege verbindet eben die Welt. Der nächste Kongress ist schon in Planung: Er wird in der chinesischen Stadt Fushun stattfinden.

Die Fachtagung „ChinaCare: Kooperative Ausbildung von Altenpflegekräften in China“ fand am 3. November in der Akademie für Gesundheitsberufe „kbs“ in Mönchengladbach statt. Mitwirkende Partner sind das Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP e.V.) aus Gelsenkirchen, MA&T Sell und Partner aus Würselen und das Beratungsinstitut gaus GmbH – Medien, Bildung, Politikberatung aus Dortmund. Das Verbundprojekt ChinaCare wird gefördert vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung, Projektträger im DLR Berufsbildungsexport.

Experten in Mönchengladbach: Die Projektleitungen luden zum Austausch ein und begrüßten unter anderem Fushun Yao und Lan Yao (vorne Mitte) aus China.

April 2015 | Erste Impulse für die Altenpflege im Reich der Mitte

"Wie funktioniert eine innovative und professionelle Altenpflege?" Antworten auf diese und andere Fragen erhielten die Gäste im städtischen Altenheim Windberg.

Durch die gemeinsame Arbeit an einem Lehrplan für die Ausbildung Altenpflege in China sind die Medizinschule im chinesischen Fushun und die Akademie für Gesundheitsberufe (kbs) aus Mönchengladbach ein Stück mehr zusammengewachsen. Im nächsten Schritt geht es um die konkrete Implementierung verschiedener Lehrgänge in der Ausbildung Altenpflege.

Während des Deutschland-Aufenthaltes der chinesischen Delegation im November und Dezember 2014 erhielten die Lehrenden Einblicke in vielschichtige Themengebiete. Besonderes interessant waren für die erfahrenen Lehrkräfte aus China die sozial-pflegerischen Aspekte „Umgang mit demenziell veränderten Menschen“, „Pflegeberatung“ und „Pflegedokumentation“, da Lehrinhalte aus der Medizin in China bereits sehr dezidiert unterrichtet werden.

Die vielfältigen Impulse und neuen Lehrinhalte aus Deutschland wurden nach der Rückkehr in die
chinesische Heimat sofort in den Lehrplan der Medizinschule integriert. Das Lehrendenteam ist zuversichtlich noch im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einer ersten Schulung starten zu können. „Wichtig ist zunächst, dass das Personal, welches schon in der Altenpflege in China arbeitet, eine Schulung erhält“, so Herr Xi, stellvertretender Schulleiter der Medizinschule in Fushun.

Die große Motivation und das Interesse an inhaltlichen Diskussionen sind deutlich spürbar bei der gemeinsamen Entwicklung eines Lehrplans für die Ausbildung Altenpflege in China.

Von der Theorie in die Praxis

Geplant ist die Ausbildung von Altenpflegepersonal auf verschiedenen Niveaustufen. In China gibt es 
in der Altenpflege sehr viele Hilfskräfte, die über eine geringfügige oder gar keine Ausbildung verfügen. Dies soll sich nun ändern, indem allen Pflegenden ein Zugang zu den Wissensbeständen der Altenpflege ermöglicht wird. Die Akademie für Gesundheitsberufe am St. Kamillus (kbs) freut sich, gemeinsam mit dem chinesischen Team ein Curriculum zu entwickeln und nachhaltig die Implementierung  der Altenpflegebildung in China begleiten zu dürfen.

Integration und Entlastung durch die Weiterentwicklung der Altenpflege

China steht vor einem drastischen demografischen Wandel. Ende 2009 waren 12,5 Prozent der chinesischen Bevölkerung älter als 60 Jahre alt. Davon waren 19 Millionen über 80 Jahre alt. Durch die Einführung der Ein-Kind-Politik sehen sich Kinder vor die Aufgabe gestellt vier Großeltern und zwei Eltern zu versorgen. Dies setzt Angehörige vor nahezu unleistbare Aufgaben. Ein wichtiges Ziel ist es alte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und Angehörige zu entlasten, beispielsweise durch die Einführung ambulanter Pflegestrukturen. Die chinesische Delegation hatte in Deutschland die Gelegenheit deutsche Strukturen der Altenpflege und der Altenpflegebildung kennen zu lernen.   

Neben der Einführung neuer Lehrinhalte durch ausführliche Beratung und intensive Curriculumsarbeit möchten die Projektpartner die Idee des Projektes über die Grenzen der chinesischen Provinz Lianoling hinaus bekannt machen. Anvisiert ist u.a. auf einer großen Messe der Tshinghua Tongheng Aging Industry in Peking vertreten zu sein. Zusätzlich wird das Projekt „China Care“ eine Tagung in Fushun planen, um erste Arbeitsergebnisse auszuwerten und den weiteren gemeinsamen Weg zu beschreiben. 

Praxis & Theorie - Der Film über die kbs zeigt den chinesischen Schülern das Konzept der Ausbildung Altenpflege in Deutschland

November 2014 | Besuch aus China

"Herzlich willkommen!" Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister begrüßte die Akademie für Gesundheitsberufe die Gäste aus China.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat sich die Bildungskooperation zwischen der Akademie für Gesundheitsberufe (kbs) und der Medizinschule Fushun zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit weiteren Projektpartnern, die Basis für die Etablierung einer geregelten Altenpflegeausbildung in China zu schaffen. Mit dem Besuch der chinesischen Delegation in Deutschland geht das Verbundprojekt „ChinaCare“ in die nächste Phase.

Der Terminkalender für die Gäste der Medizinschule Fushun ist prall gefüllt: es gibt interessante Einblicke in den medizinischen und pflegerischen Klinikbetrieb im Krankenhaus St. Franziskus und vielfältige Unterrichtsbesuche in der Akademie für Gesundheitsberufe. Zusätzlich vermitteln Besichtigungen in der Beatmungspflegestation der Kliniken Maria Hilf und im von der Sozial-Holding betriebenen Altenheim Windberg wichtige Eindrücke aus der Praxis.

Cordula Wiesner und Anja Weckop, Projektleiterinnen von Seiten der kbs, sind nahezu ohne Unterbrechung im Einsatz für die weitgereisten Besucher. Nach ihren eigenen, durchweg positiven Reiseerfahrungen im April 2014 nach China wissen Sie, wie wichtig eine umfassende und gute Betreuung des weitgereisten Besuches ist. Nur so sind wichtige Einblicke in die verschiedenen Kulturen möglich und es werden Wege sichtbar, wie die Herausforderungen des Projektes gemeistert werden können.

„Wir freuen uns, neben den technischen Möglichkeiten und der Infrastruktur, besonders die sozialpflegerischen und pädagogischen Aspekte der Altenpflege in Deutschland verdeutlichen zu können,“ erläutert Thomas Kutschke, Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe. „Schon jetzt können wir sagen, dass die Erkenntnisse aus den Arbeitsreisen nach China und Deutschland eine wichtige Basis bilden, die für die gemeinsame Erarbeitung eines praxisnahen Lehr- und Lernkonzeptes für die Lehrkräfte an den Pflegeschulen in China von großer Bedeutung sind“, ergänzt Cordula Wiesner.

Impressionen: Haupteingang zur Verbotenen Stadt (Kaiserpalast)

Impressionen: Die Chinesische Mauer

Mai 2014 | "kbs goes to china"

Ein neues internationales Projekt startete 2013 an der Akademie für Gesundheitsberufe Mönchengladbach (kbs). Ziel von "ChinaCare" ist es gemeinsam mit weiteren Projektpartnern und unter der Leitung des Forschungsinstituts für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention e.V., Gelsenkirchen die Basis für die Etablierung einer geregelten Altenpflegeausbildung in China zu schaffen.

Hintergrund: Ende 2009 waren 12,5 Prozent der chinesischen Bevölkerung älter als 60 Jahre alt (in Zahlen: 167 Millionen Chinesen). Davon waren etwa 19 Millionen über 80 Jahre alt. Die Einführung der Ein-Kind-Politik vor 30 Jahren veränderte die chinesische Familienstruktur grundlegend: viele Familien bestehen heute aus einem Kind, zwei Eltern und vier Großeltern. Da es kein staatlich finanziertes Sozialsystem für die Altenpflege gibt, vertrauen chinesische Familien traditionell auf ihre Kinder und Enkel als Stütze im Alter.

Diese Aufgabe ist jedoch kaum leistbar, denn neben der Versorgung von bis zu sechs Alten muss das Einzelkind den eigenen Lebensunterhalt verdienen und möchte u.U. zugleich eine eigene Familie gründen. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund fehlender Arbeitsplätze die jungen Erwachsenen häufig ihren Lebensunterhalt in weit entfernten Städten verdienen und sie ihre pflegebedürftigen Eltern und Großeltern zurücklassen müssen. Lebensumstände, die erstmals im aktuellen 5-Jahresplan der chinesischen Regierung Berücksichtigung finden: er sieht u.a. vor, dass die Arbeitsmotivation der Pflegekräfte angeregt wird und qualifizierte Pflegekräfte herangebildet werden.

„Wir freuen uns, als deutsche Pflegeschule, unser Wissen und unsere Erfahrungen in dieses Pilotprojekt einbringen zu dürfen“, berichtet Thomas Kutschke, Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe (kbs). „Das ist nicht selbstverständlich, bilden doch viele Länder ihre Pflegekräfte an Hochschulen aus.“ Die im Verbundprojekt zusammengeschlossenen Partner werden gemeinsam eine modular aufgebaute Qualifizierung für ambulante und stationäre Altenpflegefachkräfte entwickeln und diese nach einer einjährigen Vorbereitungsphase in die Praxis überführen.

Begleitet wird die wissenschaftliche Arbeit von Seiten der kbs durch Cordula Wiesner, für dieses Projekt freigestellte Lehrerin, die ihrerseits ihre wissenschaftliche Kompetenz durch den Hochschulabschluss Master of Arts nachgewiesen hat und Anja Weckop, ebenfalls freigestellte Lehrerin der kbs. „Eine besondere Herausforderung des Projektes sind die unterschiedlichen kulturübergreifenden Auffassungen der Teilnehmer: von den gesellschaftliche Strukturen, dem Gesundheitswesen bis hin zu einem anderen Lernverständnis - es gibt Vieles zu entdecken!“ Ausdrücklich erwünscht ist eine nachhaltige Umsetzung, die in der Bildungskooperation zwischen der chinesischen Medizinschule und der Akademie für Gesundheitsberufe Mönchengladbach zum Ausdruck kommt.

Ziel des Projektes ist es die in China dringend benötigten Altenpflegelehrkräfte zu qualifizieren, damit diese dann die benötigten Altenpflegekräfte ausbilden („Train-the-trainer"). Schwerpunkt der Akademie für Gesundheitsberufe Mönchengladbach (kbs) wird es zunächst sein, an der Erstellung eines Curriculums mitzuwirken, dass die Ausbildung von Altenpflegefachkräften in China regelt. Im zweiten Schritt wird dieses Curriculum in die Praxis überführt: die Teilnehmer aus China (bisher geplant sind 8 - 10 Personen) erhalten ihre Ausbildung in Altenheimen in Deutschland (Mönchengladbach). Das gesamte Projekt ist auf drei Jahre angelegt und soll bei Erfolg in China ausgebaut werden.