Projektwoche "Flüchtlinge in Deutschland": Gut informiert argumentiert es sich besser

Die Auszubildenden der beiden Ausbildungsbereiche lernten sich zunächst näher kennen und starteten eine umfangreiche Informationssammlung. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit wurden die Ergebnisse auf Papier gebracht und in Verbindung mit Rollenspielen präsentiert. Die Plakate wurden später in den öffentlichen Bereich zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt, die für alle Auszubildenden sowie für die Lehrer und Besucher der Akademie der Gesundheitsberufe zugänglich war.

Das zusammengestellte Faktenwissen bildete die Grundlagen, um fundierte Argumentationen vortragen zu können und die Folgen bzw. Chancen für Deutschland und für den einzelnen Menschen, der sich auf der Flucht befindet, abwägen zu lernen. Es galt, sich eine eigene Meinung zu erarbeiten und ein Verständnis für mögliche Besonderheiten in der Pflege und Betreuung dieser Menschen zu entwickeln. Die kbs möchte als christliche Einrichtung hier Initiative zeigen und sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren.

Nie den Menschen aus dem Blick verlieren

In größerem Umfang beschäftigten sich die Projektteilnehmer mit dem Stichwort „Empathie“. Alles zurücklassen müssen und in eine ungewisse Zukunft zu fliehen, ohne die Möglichkeit, wichtige Personen und Dinge mitnehmen zu können; bedroht durch unsichere, gefährliche Reiserouten, brutale Schlepper und Zäune mit Stacheldraht: wie mag sich das anfühlen? Können wir uns vorstellen, was wir selbst in einer solchen Lage fühlen würden? Diese Fragen bearbeiteten die Mitwirkenden sensibel und sehr schnell wurde deutlich, dass bei allen Diskussionen nie das Schicksal des einzelnen Menschen vernachlässigt werden darf.

Zum Abschluss stellten sich die Landtagsabgeordnete der Grünen, Martina Maaßen, und ein Mitarbeiter des ‚Sozialdienstes katholischer Männer‘ (SKM), Stefan Tötsches, zugleich Vertreter der Initiative ‚Asyl im Mönchengladbach‘, den Fragen der Auszubildenden. Einmal mehr wurde deutlich, wie wichtig es ist, richtig informiert zu sein, um in Alltagssituationen mit Argumenten gegen Fremdenfeindlichkeit gute Argumente zu haben. Intensiv wurde erörtert, welche Forderungen bei Schwierigkeiten und Problemen in Zusammenhang mit Flüchtlingsfragen in Mönchengladbach an die Politik zu stellen sind und wie ganz konkret reale Hilfe für geflüchtete Menschen zu leisten ist.

Fazit: Die Projektwoche war ein voller Erfolg! Die Zusammenarbeit innerhalb der beiden Kurse und mit den beteiligten Dozenten wurde sehr positiv erlebt. Besonders schön: ein gewachsenes Verantwortungsbewusstsein war deutlich spürbar! 14 von 36 Auszubildenden werden in einer noch zu gründenden Initiative weiter am Thema arbeiten und möchten konkrete Hilfsangebote entwickeln. Herr Tötsches vom SKM Rheydt ist bereit, hierbei zu unterstützen. Weitere Auszubildende der Akademie für Gesundheitsberufe sind herzlich willkommen – und natürlich auch ihre Lehrerinnen und Lehrer!

Ansprechpartner: Theo Berger